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Bein Wine Estate, Stellenbosch

Aktuelles

Jahrgangsbericht 2017

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Merlot 2017

Zusammenfassung: Die Saison 2016-17 war wiederum durch Trockenheit gekennzeichnet, nun schon zum zweiten Jahr in Folge. Allerdings bekamen wir wie durch ein Wunder am 27. Januar einen wunderbaren Regen, 50mm an einem einzigen Tag! Für uns war dies ein perfektes Timing auf die Reifezeit, und die Reben überstanden so gut die warmen Herbstmonate bis zur Ernte - Danke Petrus!
Die Ernte begann am 21. Februar mit dem Rosé, und die Trauben für den Rotwein kamen schon zwei Wochen später dran. Wie schon die Jahre zuvor, war die Frucht ausgesprochen gesund und gleichmäßig reif.  Erfreulich sind dabei die im Vergleich zu den letzten beiden Jahren mäßigen Zuckerwerte und die gute Säure dieses Jahrgangs, was wir auf die durchwegs kühleren Temperaturen während der Reifezeit zurückführen.

Im Moment reifen die Rotweine noch im Fasskeller ihrer Bestimmung entgegen. Im Januar werden wir dann die endgültigen Cuvées bestimmen, wobei er anschliessend noch ein paar Monate im Fass weiterreifen darf bis zur Abfüllung.

Nur der Rosé 2017 ist natürlich schon abgefüllt und im Handel erhältlich.

Etappenberichte vom Jahrgang 2017

Mai 2017

Neben dem ersten Umzug der diesjährigen Weine müssen wir uns auch wieder um den letztjährigen Wein kümmern. Es bestätigt sich je länger je mehr, dass der Jahrgang 2016 wirklich sehr gute Weine hervorgebracht hat, mit guter Farbe, komplexen Aromen, aber auch mit kräftiger Struktur. So erlauben wir dem Bein Merlot zwei Monate zusätzliche Fassreifung und ziehen ihn erst Ende Mai auf die Flasche. Und der Reserve Merlot, der ja zu 100% in neuen Barriques ausgebaut wird, darf diese sogar noch länger geniessen, wir lassen ihn also vorläufig weiter im Fass reifen bis dass uns der Moment richtig erscheint.
Ende Mai haben wir schließlich auch den Pink Merlot 2017 abgefüllt, der dann bald wie immer als erster Vertreter des neuesten Jahrgangs erhältlich sein wird.

April 2017

Im Keller verlief wiederum alles wie geplant, und die Weine kamen schon Ende März ins Fass. Als letztes vinifizierten wir noch den Merlot Forte, unser Spezialwein, aus angetrockneten Trauben. Dieser verlangt besondere Aufmerksamkeit bei der Gärführung, um sicherzustellen, dass er auch zu Ende gärt. Alle Rotweine durchlaufen anschließend die sogenannte malolaktische Gärung, bei der die etwas harsche Apfelsäure in die mildere Milchsäure umgewandelt wird. Ende April ist schließlich auch diese, oft heikle Phase abgeschlossen, und die Weine können schon bald das erste Mal umgezogen werden.

21. Feb - 8. März 2017: Erntezeit

Am 21. Februar begann für uns schließlich die Ernte 2017. Wie immer brachten wir die Frucht für unseren Rosé als erstes ein, für eine spritzigere Säure und rotbeerige Aromen. Die Trauben für den Hauptwein wurden dann zwei Wochen später bei Vollreife geerntet. Da wetterbedingt die Reifung im ganzen Rebberg sehr gleichmäßig verlief, konnten wir dieses Jahr wiederum alles gleichzeitig ernten, und zwar am 7. und 8. März. Wie schon die Jahre zuvor, war die Frucht ausgesprochen gesund und gleichmäßig reif.  Erfreulich sind dabei die im Vergleich zu den letzten beiden Jahren mäßigen Zuckerwerte und die gute Säure dieses Jahrgangs, was wir auf die durchwegs kühleren Temperaturen während der Reifezeit zurückführen. Der Video-clip zeigt, wie die Ernte bei uns so vor sich geht. Dabei kam auch zum ersten mal unsere neue Drohne zum Einsatz :-)

Februar 2017

Endlich! Ein ausgiebiger Regen am 27. Januar von 50 mm (an einem einzigen Tag!) erlöste uns von der bisher herrschenden Trockenheit und brachte genug Wasser für die restliche Reifezeit - was für ein Geschenk!

Nun verfolgen wir gespannt die weitere Reifung unserer Trauben. Der Videoclip vermittelt ein Bild von dieser aufreibenden Arbeit ;-)

Januar 2017

Pünktlich mit dem Neujahr kamen auch die ersten Anzeichen des Farbumschlags bei unseren Trauben. Demnach dürfte die Ernte für den Rotwein 2017 in der zweiten Märzwoche zu erwarten sein, also wiederum etwas früher als der Langzeitdurchschnitt.
Mit dem Neujahr haben aber auch wieder an verschiedenen Orten die gefürchteten Buschbrände eingesetzt, eine Folge der anhaltenden Trockenheit und der nun aufkommenden, heftigen Winde. So ist in der ersten Woche 2017 über 4000 ha Fläche, vornehmlich Buschland, aber auch Farmland und Weinberge sowie mehrere Häuser im Einzugsgebiet Stellenbosch abgebrannt - eine Katastrophe dort für Mensch und Tier.

November-Dezember 2016

Laufenten auf Bein's Weinfarm in Stellenbosch
Wie schon erzählt, plagte uns zu Beginn der Saison die alljährliche Schneckenplage wieder sehr. Nun setzen wir eine neue Waffe ein, und zwar Laufenten. Ihre Leibspeise sind nämlich Schnecken, also ideal für unseren Rebberg. So errichteten wir flugs einen Entenhof um den kleinen Weiher beim Keller, und von einer benachbarten Weinfarm besorgten wir uns ein paar Laufenten. Nach einigen Hick-ups (!) beim Eingewöhnen sind sie nun tatsächlich fleißig am Schnecken fressen. Jetzt freuen wir uns erst recht wieder auf die nächste (Schnecken-)Saison!
"Natürlich" haben wir auch dieses Jahr wieder weitere bewährte biologische Waffen eingesetzt, mit der regelmäßigen Freilassung von Schlupfwespen und Marienkäfern zur Schildlaus-Prophylaxe. Und es scheint zu wirken: bisher haben wir in dieser Saison noch keinen einzigen Befall mit diesen Schädlingen beobachtet.
Wettermäßig ist immer noch kein Ende der Trockenperiode absehbar. Bisher registrierten wir in den ersten drei Monaten Okt-Dez gerade mal 40mm Regen, nicht einmal halb soviel wie der Langzeitdurchschnitt in Stellenbosch (84mm). Dafür war es bisher ein besonders gesundes Jahr, mit relativ wenig Wind und ausgeglichenen Temperaturen. Wir dürfen also auf eine schöne Ernte hoffen.

Oktober 2016: Ein trockener Start in die neue Saison

Nach einem eher trockenen Winter mit deutlich weniger Niederschlag als sonst fielen nun auch die sonst üppigen Frühlingsregen eher dürftig aus. Nachdem schon die letzten beiden Jahre sehr trocken waren, sind die meisten Wasserspeicher im Kap nur halb gefüllt. So wurden einschneidende Wasserrestriktionen angekündigt - es bleibt zu hoffen, dass El Ninja nun die Wende bringt!
Im Oktober sind wir vor allem mit dem sog. Ausbrechen beschäftigt, dem Entfernen von überzähligen Trieben an Stamm und Kordon. Es ist eine zeitraubende Arbeit, und Konzentration und ein gutes Auge ist notwendig, um die unerwünschten Wasserschosse von den "guten" Trieben zu unterscheiden, die schließlich die Trauben tragen werden. Zudem muss flink gearbeitet werden, um rechtzeitig fertig zu werden, da die Reben in dieser Zeit des Jahres sehr schnell wachsen.

September 2016: Frühling

Erste Anzeichen des Austriebs in unserem Weinberg haben wir dieses Jahr um den 15. September beobachtet. Dies ist für uns stets der Startschuss für eine arbeitsintensive Zeit. Diese Jahr hat uns besonders eine schlimmer als gewöhnlich auftretende Schneckenplage beschäftigt. Dabei handelt es sich um die sog. weiße Dünenschnecke (Theba pisana), eigentlich fremde Eindringling aus Südeuropa. Mit Beginn des Austriebes mussten wir die Reben von Hand davon befreien. An einem Tag haben wir einmalo gut 38 kg eingesammelt, was rund 40'000 Schnecken entspricht!

Juli 2016: der Rebschnitt

Juli ist eigentlich "tiefster Winter" hier im Kap. Allerdings ist das Wetter in diesem Jahr immer noch ungewöhnlich schön und trocken, wie schon das ganze Jahr durch wenig Niederschlag gekennzeichnet war.
Juni ist aber auch die Zeit für den Rebschnitt, eine wichtige Etappe auf dem Weg zur nächsten Ernte. Dabei muss jeweils der richtige Trieb an der richtigen Stelle ausgewählt und auf die richtige Anzahl Augen geschnitten werden. Es ist eine beschauliche Arbeit, aber es braucht Konzentration, um es richtig hinzukriegen. Dabei denke ich oft so vor mich hin, dass dies ein ideales Managertraining wäre: Jeder Schnitt eine Entscheidung, tausend Entscheidungen am Tag!