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aus Weinberg und Keller

Mai 2020 - a boer maak a plan

Der Lockdown wegen Corona dauert auch den ganzen Mai an. Er wurde zwar zwischenzeitlich etwas gelockert, aber immer noch ist strenges Ausgehverbot, der Verkauf von allen "non-essential" Konsumgütern, wie z.B. Flip-Flops (!?), ist strengstens verboten, und auch mit Zigaretten und Alkohol darf lokal nicht gehandelt werden. Wenigstens dürfen wir seit kurzem wieder exportieren, und somit auch die Weine abfüllen und bereitstellen. Da die Angestellten weitgehend zuhause bleiben müssen, krempeln wir die Ärmel hoch und machen alles selber - virtuelle Tastings, umziehen, abfüllen und etikettieren. Wie das bei uns so geht, zeigt das Video ;-)

April 2020 - KRISENSTIMMUNG!

Wie überall hat Corona auch hier die Welt auf den Kopf gestellt. Seit 26. März ist Südafrika unter einem vollständigen Lock down, zumindest bis 1. Mai. Alles ist geschlossen, ausser Lebensmittelgeschäften. Verboten wurde kurioserweise auch jeglicher Zigaretten- und Alkohol-Handel, welches sich sogar auch auf Exporte erstreckt. Die ganze Weinindustrie ist lahmgelegt: Wir bekommen nicht mal Flaschen, dabei bräuchten wir diese dringend, um unseren Rosé abzufüllen.

Richtig schlimm aber ist es für die breite Bevölkerung hier. Viele leben sowieso schon von der Hand in den Mund, aber nun, da jegliche Arbeit darniederliegt, gibt es für all diese Leute nichts mehr zu verdienen, und somit auch nichts mehr zu essen! Dazu kommt, dass die Wirtschaft sowieso schon am Boden lag. Natürlich wurden offiziell Auffangstationen, Essenspäckli und weitere Unterstützungen versprochen, aber die Behörden sind komplett überfordert. Hoffen wir, dass Südafrika wenigstens die Zeit nutzt, um die medizinische Infrastruktur entsprechend aufzurüsten, bevor die grosse Coronawelle uns überflutet.

März 2020: Ernte-Zeit

Das durchgehend schöne Wetter in diesem Herbst hat die Traubenreifung weiterhin befördert, sodass wir die Frucht für unseren Rotwein schliesslich am 5. März bei besten Bedingungen ernten konnten. Dank dem gleichmäßigen Wetter in diesem Jahr präsentierte sich das Erntegut ebenfalls gleichmäßig reif und sehr gesund. So kamen wir bei der Ernte zügig voran. Da sowieso Regen in den nächsten Tagen angesagt wurde, haben wir gleich alles an diesem einen Tag eingefahren. Mengenmäßig lagen wir zwar unter dem 10-Jahres-Durchschnitt, aber die Qualität war super. Die anschliessende Gärung verlief problemlos, und die Jungweine zeichnen sich nun durch gute Konzentration, dunkle Farbe und üppige Aromen aus - Freude herrscht! Das Video zeigt mehr: Während die jungen Weine gären, werden normalerweise die vorherigen Jahrgänge abgefüllt. Da die Ernte 2019 sehr klein war und sich auch keine Charge besonders abhob, haben wir uns entschlossen, diesmal nur Little Merlot zu produzieren - aber keine Sorge, nur "little" im Namen, nicht in der Qualität! Davon haben wir nun am 19. März 2020 5775 Flaschen abgefüllt.

Februar 2020: Ernte des Pink Merlot 2020

Wettermäßig ist das Jahr bisher eher ungewöhnlich gewesen, mit moderaten Temperaturen, dazu im Januar noch ungewöhnlich viel Wind. Zudem ist Regen weiterhin Mangelware, doch die Wasserspeicher der Region haben noch genügend Reserven, so dass wir schon zweimal bewässern konnten. So sieht der Weinberg entsprechend gesund und kräftig aus.
Wie immer markiert die Ernte für den Rosé den Anfang unserer Erntesaison, diesmal am 12. Februar, etwas früher als andere Jahre. Qualität und Menge ist deutlich besser als letztes Jahr, und wir dürfen der Haupternte optimistisch entgegensehen. Wie es aussieht, wird diese nun in die zweite Märzwoche fallen.

Januar 2020: 20 Jahre Bein Merlot!

Mit dem Jahr 2020 kommt auch ein Jubiläum auf uns zu. Vor 20 Jahren füllten wir nämlich unseren ersten Merlot ab. Zugegeben, es war kein Meisterstück, aber es war der Anfang unserer neuen Laufbahn. Viel ist seither passiert, und vieles ist in guter Erinnerungen geblieben. Ein befreundeter Musiker und regelmäßiger Besucher hat sogar eine kleine Ballade darüber komponiert. Die haben wir mit Bildern ergänzt und so ein Jubiläums-Musik-Video kreiert, das unsere Geschichte besser erzählt als wir es könnten. Zum Anschauen einfach auf den Link klicken.
(Musik: Thorsten Eden www.diepullies.de)

November/Dezember 2019

Der Frühsommer zeichnet sich durch moderate Temperaturen aus, perfekt für uns und die Reben. Allerdings sahen wir auch wochenlang keinen Regen und befürchteten schon eine Wiederholung der Dürre der vergangenen Jahre. Aber Ende Oktober brachte ein sehr ergiebiger Regen gut 80mm innert 24 Stunden, genug Wasser für die Blüte und die darauf folgende wichtige Wachstumsphase. Der Weinberg entwickelte sich somit ideal, mit einem guten, ausgeglichenem Fruchtbehang.
Entsprechend dem frühen Austrieb setzte auch Veraison (siehe Video unten) früher ein, und die ersten roten Beeren zeigten sich schon just vor Neujahr. So rechnen wir wiederum mit einer um rund  10 Tagen früheren Ernte im Vergleich zu unserem langjährigen Durchschnitt.

September/Oktober 2019 - Frühling!

Nach dem trockenen August startet unser Weinberg wiederum mit "halbleerem Tank" in die neue Saison. Zum Glück brachte ein guter Regen am 11. September rund 25mm Niederschlag, und so war der Austrieb sehr gleichmäßig in der zweiten Septemberwoche, etwas früher als andere Jahre. Nun beginnt die arbeitsame Zeit mit der Laubarbeit

Am 1. September 2019 interessierte sich auch das Schweizer Radio SRF 1 für unsere Geschichte und brachte ein Interview im Rahmen der Sendung "Die fünfte Schweiz". Hier kann man es sich anhören:

August 2019

Es war ein wiederum schöner und somit auch ein vergleichsweise trockener August. So bleibt die Sorge um Wasser für die Farmer das Thema Nr. 1, auch wenn die Wasserspeicher im Western Cape am Ende August nun zu 66% voll sind - immerhin 6 % mehr als letztes Jahr.

Juni - Juli 2019

Es dauerte bis Ende Juni, aber dann sind sie doch gekommen - die Winter-Regen! Zwar nicht so ergiebig wie noch vor 5-10 Jahren, aber immerhin sind die Wasserspeicher Ende Juli nun schon gut 60% voll. Dazwischen strahlende Sonnentage, die zur Arbeit im Weinberg geradezu einladen: Es ist Zeit, um die Reben zu schneiden.

Mai - April 2019

Zu dieser Jahreszeit sind wir im Keller jeweils damit beschäftigt, den vorherigen Jahrgang sowie den neuen Pink Merlot abzufüllen, der voraussichtlich Ende Mai erhältlich sein wird.
Der Rotwein darf natürlich weiter im Fass reifen - und zum Besseren: Während dem ersten Fassumzug - kurz nach Abschluss der malolaktischen Gärung - überraschte er uns mit schönen Aromen und einer zarten Textur, trotz des schwierigen Jahres, das hinter uns liegt. Trotzdem wird klar, dass wir aus der diesjährigen Ernte nicht unser gesamtes Sortiment produzieren können, sondern wahrscheinlich nur einen Little Merlot.

März 2019

Die Haupternte brachten wir dieses Jahr am 6. März ein - alles an einem Tag, gerade noch rechtzeitig vor dem am nächsten Tag einsetzenden Regen! Die Ernte war noch kleiner als unsere schon tiefe Schätzung, gerade mal 500gr pro Quadratmeter. Es scheint, dass die 4 trockenen Jahre in Folge ihren Tribut fordern, und zusammen mit den heissen und ungewöhnlich windigen Perioden war die Reifezeit für die Haupternte nicht optimal. Immerhin konnten wir eine anständige Qualität einbringen, und nun schauen wir der Entwicklung der Weine im Barrique gespannt entgegen.

Februar 2019

Heisse Tage und ungewöhnlich viel Wind kennzeichnen die Saison. Regen ist weiterhin Mangelware. Die Ernte begann für uns am 11. Februar mit den Trauben für unseren Rosé - und die waren von exzellenter Qualität. Der Most wurde dann wie jedes Jahr langsam kalt vergoren, und der neue Pink Merlot 2019 dürfte so im Juni schon für Trinkfreude sorgen - gut so, ist doch der 2018er schon ausverkauft :-)

Januar 2019

Bisher scheint unser Weinberg gut mit den trockenen Bedingungen zurechtzukommen. Das neue Jahr brachte sogar etwas Regen, insgesamt 16 mm, ein guter Durchschnitt für Januar. Veraison (Farbumschlag) begann diesmal zusammen mit dem Beginn des neuen Jahres und war bereits Mitte Januar praktisch komplett. Es wird nun jedoch klar, dass wir mit einer deutlich kleineren Ernte als üblich rechnen müssen. Darüber hinaus gibt es aufgrund der beobachteten Millerandage manche grüne Einzelbeeren in den Trauben, die bei der Ernte noch mühsam entfernt werden müssen. Auf der anderen Seite reift die restliche Frucht außergewöhnlich gut, und unsere erste Saftprobe zeigt bereits eine schon ungewöhnlich gute Farbe. So sind wir mal gespannt auf die Ernte!

Oktober-November-Dezember 2018 - schon wieder trocken!

Oktober und November waren gekennzeichnet durch wechselnde Temperaturen, wenig Regen und häufige, starke Winde. Trotz des guten September-Regens mussten wir auch feststellen, dass unsere Böden nur halb-voll in die neue Saison gestartet sind. Daher haben wir zum ersten Mal bereits zur Blüte eine erste Bewässerung vorgenommen, um diese kritische Phase zu befördern. Trotzdem beobachteten wir schließlich einen sehr uneinheitlichen Fruchtansatz. Und es blieb es weiterhin sehr trocken, Niederschlag war weniger als die Hälfte des sonst üblichen Regens für die letzten drei Monaten des Jahres. Positiv zu vermerken waren dafür die eher moderaten Temperaturen.
Interessanterweise beobachteten wir in den Weinbergen unserer Gegend gerade um die Weihnachtszeit trotz Regenmangels plötzliches Auftreten von falschem Mehltau (Peronospora), stellenweise sogar ziemlich stark. Glücklicherweise kamen wir selber mit einem leichten Streifschuss davon.

September 2018: Frühling im Kap

Leider waren Juli und August ungewöhnlich warm und wieder sehr trocken, zwar ideal für den Rebschnitt, aber es brachte nur gerade mal 30% der sonst saisonal üblichen Niederschläge. Zum Glück kompensierte der September wieder mit kaltem und nassem Wetter, und die Wasserspeicher im Kap sind jetzt zum Start der neuen Saison zu gut 60% gefüllt – noch nicht voll, aber immerhin doppelt soviel als vor einem Jahr. Das nasskalte Septemberwetter verzögerte auch den Austrieb um rund 2 Wochen gegenüber den vorangegangenen Jahren, dafür kam der Start dann Ende September sehr gleichmäßig. Nun freuen wir uns auf die neue Saison!

Juni 2018: Winterzeit

Neben dem Release unseres Pink Merlot 2018 brachte der Juni endlich wieder einmal ausgiebige Regenfälle. Die ausgetrockneten Böden sind wieder aufgefüllt und die leeren Staudämme erhalten erstmals wieder guten Zufluss. Trotzdem haben wir uns entschlossen, zukünftig alles Dachwasser aufzufangen und in Haus und Hof zu nutzen. Nachdem wir schon die ganze letzte Saison im Keller ausschließlich mit Regenwasser gewirtschaftet hatten, sind wir zuversichtlich. Das Wasser vom Dach wird in grossen Tanks aufgefangen und mit einer Spezialfilteranlage aufbereitet, bevor es in unser Wassernetz eingespeist wird – und das tolle daran: es schmeckt besser als Stadtwasser, und ist erst noch ohne Chlor oder sonstige Zusätze, ideal für die Kellerwirtschaft!

Frühere Berichte werden jeweils nach der Ernte zum Jahrgangsbericht der jeweiligen Weine verarbeitet und können dort eingesehen werden (siehe Jahrgangsberichte)